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Inhaltsverzeichnis Gästebuch der Stadt Hallenberg

Hallenberger Osternacht / Osterfeuer

Osterfeuer Ein alter Brauch - Ohrenbetäubender Lärm


Unter allen Bräuchen der Karwoche und des Osterfestes, die im Lande zwischen Rhein und Weser bekannt sind, nimmt die Hallenberger Osternacht eine Sonderstellung ein.

Bereits in der Nacht zum Karsamstag lodern die Flammen des Osterfeuers weit in das Land an der Grenze zwischen Westfalen und Hessen hinein.

Was sich jedoch in der Osternacht in Hallenberg tut, ist außergewöhnlich.

Hinter dem Chor der Kirche versammeln sich kurz vor Mitternacht viele junge Leute - meist Mitglieder des 200 Jahre alten Burschenvereins - Fackeln in den Händen haltend. Wenn die Turmuhr den letzten Schlag getan und den Beginn des Osterfestes verkündet hat, stimmen sie ein altes, nur in Hallenberg vorkommendes Passionslied an. Doch unmittelbar nach dem Verklingen des Liedes setzt ohrenbetäubener Lärm ein. Eigens konstruierte „Lärmmaschinen" werden in Tätigkeit gesetzt, auf Handwagen befestigte Kreissägeblätter jeder Größe mit Hämmern und Eisenstäben geschlagen, große Rasseln gedreht, und selbst Handsirenen aus dem letzten Krieg kommen wieder zu „Ehren".

Osternacht Die „Lärmmacher" sind auch wichtiger Bestandteil eines danach folgenden eigenartigen Umzuges, der von drei mächtigen Kreuzen angeführt wird, die von innen beleuchtet sind und auf rotem Außenbezug die Wundmale und das Antlitz Christi zeigen. Den Kreuzen folgen dann Träger von Papierlaternen und nicht zuletzt der „Geisterzug", in dem Krach und Getöse in allen nur denkbaren Variationen erzeugt wird. Auch eine alte Landsknechttrommel, die für den Einsatz der verschiedenen Instrumente die Signale gibt, wird mitgeführt. Ertönt sie, fallen alle Schlaggeräte ein, verstummt sie, sind nur die schweren Rasseln zu hören.

Eine gute Stunde lang ist der ohrenbetäubende Lärm in den Straßen zu hören. Neben den Hallenbergern lassen sich viele Gäste von nah und fern dieses ebenso seltene wie eigenartige Schauspiel nicht entgehen.

Nach dem Umzug gehen in den Häusern und auf den Straßen wieder die Lichter an. Denn während des Umzuges liegt die Stadt in tiefem Dunkel.

Niemand weiss heute mehr, woher der jahrhundertalte Brauch stammt. Heidnischen Bräuchen, wie das Winteraustreiben, können christliche Elemente hinzugefügt worden sein, aber auch ein geschichtliches Ereignis in grauer Vorzeit mag die Ursache gewesen sein.